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By Carl-Christoph Schweitzer

Die vorliegende Studie will zwar in erster Linie einen politik wissenschaftlichen Beitrag zur Erhellung der Interdepedenz von Innen- und Außenpolitik in der Haltung der Vereinigten Staaten gegenüber dem kommunistischen China von 1949-1951 leisten und gleichzeitig einen Vergleich zur britischen Chinapolitik jener Jahre vornehmen; dennoch sollte vom Standpunkt des allgemeinpolitisch interessierten Lesers die bren­ nende Aktualität des Themas nicht übersehen werden. Sie ergibt sich einmal aus der Tatsache, daß ohne eine genauere Kenntnis der amerika­ nischen Chinapolitik Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre und ohne einen Ein­ blick gerade auch in die »Innenseite« dieser Politik die Haltung der united states im Vietnam­ konflikt heute in ihrer vielschichtigen Problematik nicht richtig erfaßt und beurteilt werden kann. Wie auch in den großen »Hearings« des Auswärtigen Ausschusses des US-Senates unter seinem Vorsitzenden Fulbright im Frühjahr 1966 über die amerika­ nische Vietnam- und Chinapolitik deutlich wurde, steht die erste Weltmacht heute im Fernen Osten letztlich vor der Frage, ob sie den indirekten Krieg gegen Peking, um ihn in absehbarer Zeit zu einem erfolgreichen Abschluß bringen zu können, erneut eskalie­ ren und damit eine unmittelbare Konfrontation mit dem kommunistischen China her­ aufbeschwören bzw. herbeiführen will oder aber unter Beibehaltung der gegenwärtigen Gesamtstrategie versuchen sollte, auf allen nur denkbaren diplomatischen Wegen mit dieser dritten Weltmacht zu einem schließlichen Ausgleich zu kommen. Ein solcher Aus­ gleich könnte dann die weitere militärische Auseinandersetzung in Vietnam selber ge­ genstandslos machen.

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Der Hinnahme von zwei chinesischen Staaten, gefährden würde. Naturgemäß spielte zweitens die Frage nach den künftigen Wirtschaftsbeziehungen der USA - aber auch Japans - mit dem kommunistischen China eine große Rolle auf dieser Round-Table-Konferenz. Während Lattimore so weit ging, in einer Wirtschaftshilfe der USA an das neue Regime ein probates Mittel zu sehen, um Mao von der Sowjetunion weg auf einen amerikafreundlichen Kurs zu bringen und Decker als Vertreter der amerikanischen Missionsgesellschaften eine solche Art der Hilfe unter dem Oberbegriff des »relief work« subsumieren wollte 53, traten die führenden WirtschaftEbenda.

A. von dem gegenüber der amtlichen Chinapolitik besonders kritisch eingestellten Konferenzteilnehmer Prof. Colgrove behauptet, als er vor einem Senats-Untersuchungsausschuß erklärte: »Ich habe den Verdacht, wenngleich ich ihn auch nicht direkt belegen kann, daß es das State Department für zweckmäßig hielt, uns durch einige seiner Experten oder sogenannten Experten zu indoktrinieren und danach. . « 47 Es ist nun zwar sicherlich so, daß in der Regel Zusammenkünfte des State Department mit Vertretern sogenannter »non-governmental organisations« sehr wesentlich den Erfordernissen einer public-relations-Arbeit zugunsten der außenpolitischen Entscheidungsspitze dienen sollen.

E. Clubb. Die Zahl der Beschäftigten im State Department, die sich mit dem Fernen Osten insgesamt befaßten, betrug bis zum Jahre 1950 141 in der Zentrale und 391 im Ausland (vergleichsweise 1955: 144 bzw. 433). Die China-Bearbeiter der Zentrale 30 wurden ebenso wie die im Fernen Osten tätigen US-Botschafter 31 stark in den exekutiven Entscheidungsprozeß gerade im Zusammenhang mit unserem Thema eingeschaltet. Das Hauptziel aller im Zusammenhang mit dem Hoover-Bericht im US-State-Department durchgeführten Reformen scheint nach 1949 darin bestanden zu haben, den außenpolitischen Entscheidungsprozeß in seinen intelligence-, recommendation- und prescription-Stadien wirksamer zu gestalten.

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